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DoogiesWiki [australien:unclebrian]

UncleBrian - Tour durchs Hinterland

Freitag, der 7. November 2003

Schon oft wurden uns durch das BackpackerInformationNetwork bestimmte Touren empfohlen. Und jedes mal haben sich die guten Tips bestätigt, dass die Tips wirklch dir Rosienen und Geheimtips der Gegend waren. Um so mehr war ich auf heute gespannt. Denn kaum eine andere Tour (außer vielleicht Whitsundays) wurde uns so oft empfohlen wie die Tour durch die Table Lands mit Uncle Brian.

Schon wieder mal mussten wir früh aufstehen, das es schon um kurz vor acht losging. Brian holte uns mit seinem Bus direkt von unserem Hostel ab. Außer Rich und mir kamen noch vier andere Leute aus unserme Hostel mit. Brian begrüste jeden einzeln. Als wir im Bus saßen begann er plötzlich uns den Leuten vorzustellen, die schon vorher im Bus waren. Und er hat sich wirklich *jeden* Namen merken können. Von den zehn Leuten die schon im Bus saßen und von uns sechsen, die wir neu dazugestiegen sind. Und so hat es bei jedem Hostel gemacht an dem er einen neuen Gast abgeholt hat. Wir hatten natürlich einen riesen Spass, und fieberten jedes Mal mit, ob er es wieder schaffen würde alle Namen richtig aufzuzählen. Er schafft es mühelos bis zum letzten, einundzwanzigsten Mitfahrer. Dazu kam noch die Art mit der er die Leute sich untereinander vorstellte. Die Art wie er redete, die Betonung in seiner Stimme und seine Körpersprache. Da wäre jeder Imageberater vor neid erblast so perfekt war seine äußere Ausstrahlung. Ich achte irgendwie immer sehr auf so etwas.

Man muss sich das mal vorstellen: Brian macht die Tour fünf Tage die Woche. Und jeden Tag muss er sich neue 21 Namen merken. Und das macht er schon seit elf Jahren! Ich glaube ich könnte das nie.

Die Fahrt von Cairns ins Hinterland war eigentlich recht lange. Doch die Stunde verging wie im Flug dank Uncle Brian. Er hatte im Bus eine tolle Anlage und moderierte durch ein Headmikro sein eigenes Gus-FM. (Agnus the bus, oder kurz "Gus T. Bus" :-) war natürlich der Kosename seines geliebten Automobils, welches Brian in jeden Witz mit einbaute. Mmmhh, ist immer schwierig Witze in schriftlicher Form festzuhalen, doch wollen wir es mal versuchen: Die meisten Backpacker reisen ja hier mit den Oz-Experience (und konsorten) Bussen umher. Und natürlich kennt jeder den Australischen Akzent, der zugegebenermaßen manchmal etwas schwer verständlich ist. So began Brian mit den Worten: Die drei Arten von Greyhound Busfahrern: Erstens "the breather". Brian immitierte durch sein Mikro einen beleibten, älteren Herren der die Gäste im Reisebus begrüst: "Ahhh … mmmhhh… we welcome .. ppfft … our new guests …. mmmhh on their journey to ….." War soo cool gespielt. Wir haben uns totgelacth. Als zweites kam dann der "Neuling" unter der Bushfahrern, das war derjenige, der die Mikrofonanlage im Bus noch nicht kannte. Brian übersteuerte einfach sein Mikro total und flüsterte ganz dicht in die Muschel. Das Ergebnis war ein unverständliches Rauschen bei dem man vielleicht gerade noch ab und zu einen Wortfetzen mitbekam. Das lustige war, das Brian währned er sprach immer wieder nach rechts und links zeigte um einem zu deuten dass man gerade eine tolle Sehenswürdigkeit verpasst. Man stelle sich nur vor, man müsste das als Backpacker z.B. auf der Route von Brisbane ins Landesinnere bis Alice Springs aushalten. Weit über 20h nur dieses Rauschen. Brian: "Aber nach 10h beginnt man dann selbst das sogar zu verstehen." :-) Er hat das einfach so gut gespielt, dass es zum totlachen war. Und als drittes der Höhepunkt. die Art Bushfahrer, die denken ihre Gäste erwarten von ihnen sie müssten ein spieziell unverständliches hinterlands Australisch sprechen. Es gibt sicherlich dutzende Verschiedenen Arten allein den Namen "Cairns" auszusprechen. "Hey, what are you doing tomorrow". Die britische Antworte wäre: "I am going to go to Cairns." Aber auf Australisch wird daraus so etwas wie "eah crns". Wieder: wenn man sich vorstellen will wie echtes Australisch klingt, einfach englisch reden, aber dabei so faul sein, dass man den Mund kaum bewegt, dann ist man schon ziemlich nah drann :-) So kann man z.B. hier die Standardbegrüßungsformel "G'day! How're u doin' today?" locker in einem Atemzug aussprechen ohne dabei die Lippen bewegen zu müssen. Grins.

Erste Stopp auf unserer Reise mit Gus the Bus und Uncle Brian am Steuer war ein Fluß. Nach einem kurzen und einfachen BushWalk war die abkühlung im kühlen Nass schon sehr willkommen. Selbst jetzt schon so um ca. zehn Uhr vormittags, war es locker schon warm genug um in den kühlen Fluss zu springen. Generell zu den flüssen hier: Hier herscht absolute Wasserknappheit. Normalerweise beginnt ja die Regensaison ab November. Doch schon die letzten zwei Tage hat es so wenig geregnet wie nie zuvor in der Geschichte Australiens. So wird auch leider dieses Jahr die Regensaison erst im Januar erwartet. Ist zwar gut für uns, wär ja doof, wenns dauernd Regnen würde, aber is natürlich schade für die Pflanzenwelt hier. Viele kleinere Creeks sind ausgetrocknet und alle flüssen Führe nur minimal Wasser. An jeder Seitenstraße stehen große Warnschilder: Vorsicht Überschwemmung! Aber um die brauchen wir uns zum Glück keine Sorgen machen.

Auf der Herfahrt sind wir durch eine kleine Stadt gefahren. Natürlich hab ich den Namen schon wieder vergessen :-) Grins, ja sorry ich schau gleich noch mal nach. Aber interessierts hier irgendwen, der hier mitliest, wie das Kaff hieß? Grins. Ne im ernst. War auf jeden Fall derjenige Ort, der in ganz Australien am meisten Regen Regen pro Jahr bekommt. Aber wie schon gesagt: Die lezten Jahre weniger als je zuvor.

Brian hat jeden Fußgänger, jeden Truck und jeden Bus der uns entgegenkam hupend, blinken und mit seinem knallroten Stofftier winkend begrüßt. Anfangs dachte ich noch, das wär auch wieder einer seiner übertriebenen Witze. Doch im Laufe des Tages sollte mir noch klar werden, dass da etwas mehr dahintersteckte…

Zweiter Stop war erst mal ein schönes großes Mittagessen beim "Mr. Lunch". Ein kleines unauffälliges Restaurant weit draußen in den Tablelands. War aber wirklich gut: Leckerer Kartoffelauflauf, Nudeln und viel Salat. Hinterher gab es noch lokal angebauten Tee. Grin, ich denke mal Uncle Brians Busse sind wohl sicherlich die Nummer eins Einahmequelle dieses kleinen Restaurants. Wenn nicht sogar die total einzigste. Ich kann mir kaum vorstellen dass sich sonst jemals eine Tourist nach hier draußen verirrt. Aber wie so oft: Die Australier wissen sich zu arrangieren.

Ist schon erstaunlich: Gerade noch am Strand gewesen, gleich hinter der Küste weite Berge mit grünem Urwald bewachsen. Und hier nur 800m höher in den Table Lands: weite wiesen, Felder und Kühe! Wirklch: Schwar weiße Kühe. Wenn mans nicht wüsste, könnte man denken, man wäre in den Alpen. War wirklich schön, sich ein kleines bisschen wie zu Hause zu fühlen.

Dritter großer Stopp waren dann die Milla Milla falls. Grins, da kann ich mich noch an den Namen erinnern, warum nur? :-) Hier wurde die 'Timotee'-Shampoo Werbung fotografiert. Ihr wisst schon: Die Blonde Schönheit vor einem traumhaften, mit grünem Moos bewachsenen Wasserfall, die gerade ihre langen Haare zurückwirft, so dass das aufspritzende Wasser einen Bogen über ihr bildet. Natürlich musste jedes Mädchen im Bus auch genau dieses Foto machen. War superlustig anzusehen, wie sich unsere Nixen immer und immer wieder nach vorn ins Wasser beugten und auf Kommando ihren Kopf zurückwarfen. So oft bis die dumme Digitalcamera trotz langer Auslöseverzögerung endlich mal im richtigen Moment blitze. Natürlich half es dabei sehr, dass Brian dieses Foto sicher schon Millionen mal gemacht hatte und sich recht gut mit allen Kameras auf dieser Welt auskannte.

Vierter Stopp war wieder ein Fluß. Doch diesmal gabs gleich über der Gumpe an der wir planschten eine tolle besonderheit: Über die Jahrtausende hatte das Wasser den Stein spiegelglatt geschliffen. Das glitschig Nasse Moos tat seinen Teil dazu und schon hatte mann eine superglischige Rutsche. Nicht lang, grad mal drei Meter, auch nicht steil, selbstverständlich (für Touristen) auch überhaupt nicht spanned oder gar gefährlich. Aber trotzdem wars ein riesen Spass da runter zu saußen. Ich fands fast noch viel lustiger, erst mal überhaupt bis da hoch zu kommen. Der stein lag quer im Fluss und ragte ca. 45 Grad aus dem Wasser heraus. Quer zur Flussrichtung nach oben über die ganze Breite des Flussbettes. Am linken, etwas tieferen Teil, floss das Wasser über den Stein und dort war auch die Rutsche. Am rechten Teil war der Stein trocken und man konnte hochklettern, *wenn* man es schaffte vom Wasser auf den Stein zu kommen. Obwohl der Stein auch unter Wasser ganz gerade schräg weiter verlief war es ganz schön schwierig sich da hochzuziehen, weil das dumme Ding unter Wasser einfach so glitschig war, dass man absolut keinen halt hatte. Man musste sich ganz flach ins Wasser legen, mit vollen Speed auf die Schräge zuschwimmen, dann sozusagen auf dem Bauch stranden und sich dann *nur* mit den Händen hochziehen. Ich hatte kein Problem damit. Ich war immer schnell oben. Doch die anderne mussten wir dann alle einen nach dem anderen hochziehen. War superlustig zu sehen, wie jeder immer und immer wieder zurückrutschte.

Fünfter und letzter Stop war noch mal ein schöner Vulkansee. Die Sonne stand schon tief und es wurde (endlich) langsam wieder frischer. So kam uns das etwas wärmere Seewasser gerade recht. Man konnte von einem Steg schöne Backflips ins Wasser machen. Am Ufer war ein schöner Picknickplatz wo uns Brian heiße Schokolade und Kuchen Servierte. Jemand hatte auf einen Holzbalken geschrieben:

"IOU4URAQT2C@N8"

/happy translating :-)/

Im laufe dieses langen Tages hatten wir natürlich viel von Brian gehört und auch viel von ihm gelernt. Er war wirklich gut. Er kannte jede Blume, jedes Tier und jede Pflanze mit ihrem lateinischen und ihrem normalen Namen. Er war der beste Lehrer den man sich je vorstellen hätte können. Er konnte einem Dinge erzählen ohne dass man dabei je gemerkt hätte, dass man praktsich gerade in einer Bio/Economy Klasse sitzt. Seine Lebensphilosophie war einfach: "Tue nur das was dir gefällt. Wenn dir mal etwas nicht passt, dann tue es nicht." Wie schön wäre es, wenn das so einfach wäre? Ich muss schon sagen: Ist sicherlich eine tolle Phillosophie, aber meiner Meinung nach nicht ganz realistisch. Doch dann folgende Szene(n):

Mitten auf der Fahrt hielt Brian neben einem Haus am Straßenrand an. Er dreht sich zu uns um und erzählte uns ausführlich, dass er sich hier immer versteckt. Denn wenn wir jetzt gleich zurückfahren werden, dann ist in dem Garten hinter dem Haus immer eine alte Dame bei der Gartenarbeit und die freut sich immer so sehr, wenn ihr der ganze Bus zuwinkte. Also, wir langsam zurückgesetzt und tatsächlich da war sie die alte Damen, winkte uns freundlich zu und wir zurück. Plötzlich holte sie aus einem Korb eine riesen Kuscheltier heraus und wirbelte es hoch durch die Luft. Brian winkte euphorisch mit seinem knallroten Kuscheltier zurück. Ich wiederhole es nur noch mal: Er macht die Tour seit elf Jahren jeden Tag. Er hält hier immer an, ist aber noch nie ausgestiegen und hat noch nie mit der Dame geredet.

Und das war nicht das einzigste Mal, das er das machte. An einer anderen Stelle sollten wir uns plötzlich alle unten im Bus verstecken. Auf Kommando sprangen wir alle auf und winkten, schrieen und tanzten so laut wir konnten. Brian hatte vor einem Kindergarten angehalten und *alle* Kinder die gerade im Garten spielten schrien am Zaun vor Freude. Seit elf Jahren - ohne je ausgestiegen zu sein - ohne je ein Wort gewechselt zu haben. Brian erzählt uns wie letztes Jahr Weihnachten, jedes des Kinder sein eigenes Sofftier dabei hatte und ihm zurückwinkte. Der schönste Tag seines Lebens. Na was sagt ihr? Ist das eine Lebensphilosopie? Vielleicht sollte man manchmal nicht so vorschnell urteilen…


Kleiner Witz am Rande: Wusstet ihr schon, dass es zwei Klassen von Reisenden gibt: Es gibt die Backpacker, die wahren urigen, basic Reisenden so wie uns. Und dann gibt es die Suitcaser, das sind die Buisiness Traveller, die sich die Teuren Hotels leisten können. :-)


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australien/unclebrian.txt · Zuletzt geändert: 19.10.2008 17:41 (Externe Bearbeitung)
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